Ungläubige
„Weltweise“ wie z.B. Jean-Jacques Rousseau (Literat und Philosoph, gest. 1778)
hat behauptet, der Mensch sei von Natur aus ganz gut und unverdorben. Man solle
daher die Kinder nicht eigentlich „erziehen“, sondern nur ihre natürlichen
Anlagen entfalten lassen; so würden aus ihnen die besten Menschen werden.
Viele
Erzieher haben sich an diese Anweisung gehalten, aber dabei die schlimmsten
Erfahrungen gemacht. Dennoch sind immer noch viele Eltern in diesem Irrtum
befangen. Auch viele junge Leute halten es für das Beste, sich ihre Triebe
ungehindert ausleben zu lassen. Die Erfahrung zeigt aber, daß das nur zu
Charakterschwäche, Selbstsucht, Roheit und noch schlimmeren Dingen führt.
Die
Lehre von der Erbsünde gibt uns da das rechte Licht. Sie sagt uns, daß in die
menschliche Natur der Keim des Bösen gelegt worden ist, und daß dieser Keim
beständig bekämpft werden muß: zuerst durch Einwirkung von Eltern und
Erziehern, dann aber durch Selbsterziehung, Selbstüberwindung und Selbstbeherrschung.
Ohne beständige Selbstüberwindung entsteht kein guter Charakter. /Aus Pirchler,
Der Weg zu Gott)

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